Bürgerdialog Westrandbrücke: Argumente - Remseck: Bürgerdialog Westrandbrücke

Argumente im Überblick

Eine fundierte Entscheidungsfindung bedarf der Kenntnis aller Argumente in Bezug auf eine bestimmte Fragestellung - sowohl Pro als auch Contra. Denn nur wer entsprechende Gegenargumente kennt, kann sich begründet für eine Option entscheiden und Stellung beziehen.

Wir haben deshalb zum Start des Bürgerdialogs bereits Argumente zum Für und Wider der Westrandbrücke gesammelt und dazu Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung und der Bürgerinitiative "Wir für morgen e.V." gebeten, ihre jeweiligen Kernargumente zu äußern.

Aber natürlich ist diese Liste noch nicht vollständig, deshalb sind Sie gefragt! Bringen Sie Ihre Anliegen, Argumente und Fragen über die verschiedenen Kanäle ein. Alle Beiträge werden zunächst auf der Pinnwand   bzw. im Forum gesammelt. In regelmäßigen Abständen werden wir die Kernaussagen aus Ihren Beiträgen extrahieren und auf dieser Seite zusammenstellen. Auf diese Weise bleiben Sie über die bereits eingebrachten Ideen, Anliegen und Argumente im Bilde.

Wir haben den Kern eines Beitrages Ihrer Meinung nach nicht richtig getroffen? Oder es fehlt eine Kernaussage? Dann würden wir uns freuen, wenn Sie uns kurz darüber informieren würden, am besten per Mail. Und keine Sorge: Natürlich bleiben auch nach der Extraktion alle Beiträge an Ort und Stelle, also beispielsweise auf der Pinnwand   oder im Forum  , erhalten.

Das spricht für die Westrandbrücke

Wir haben im Vorfeld des Dialogprozesses die Stadtverwaltung   gefragt, welche Kernargumente aus ihrer Sicht für den Bau der Westrandbrücke sprechen. 

Die Westrandbrücke ist die Voraussetzung für eine attraktive Entwicklung der Neuen Mitte

In der Neuen Mitte entstehen Gebäude für Dienstleistung, Einkaufen, Gastronomie, Kultur und Wohnungsbau für alle Bürgerinnen und Bürger. Die Verlagerung des Verkehrs aus der Mitte heraus nach Westen auf die neue Westrandbrücke ist Voraussetzung für eine hohe Attraktivität, Aufenthaltsqualität und Lebensqualität in der Neuen Mitte: Einkaufen, flanieren und leben in ruhigem Ambiente am Fluss!

Die mit dem Neckarstrand begonnene hohe Aufenthaltsqualität in der Neuen Mitte wird nach Westen fortgeführt: Vom Marktplatz zur neuen Neckarpromenade – keine Belastung durch Autoverkehr, Lärm und Abgase! Die Stadt an den zwei Flüssen wird in der Neuen Mitte Realität. Der Neckar wird vom Industriefluss zum ökologisch attraktiven Naherholungsbereich.

Ausbau der jetzigen Neckarbrücke wäre die schlechtere Alternative

Die Westrandbrücke eröffnet die Möglichkeit, nicht nur die Stadtentwicklung von Remseck am Neckar mit der Neuen Mitte auf den Weg zu bringen, sondern gleichzeitig eine Lösung für das Verkehrsproblem zu schaffen. Die jetzige Neckarquerung wird den zukünftigen Verkehr nicht mehr aufnehmen können. Ein Ausbau der jetzigen Neckarbrücke auf 3 bis 4 Spuren ist die Alternative zur Westrandbrücke, verbunden mit einer massiven Vergrößerung der beiden Hauptkreuzungen. Eine Neue Mitte könnte dann nur teilweise entstehen und eine Erweiterung des Stadtteils Neckargröningen wird undenkbar.

 

Die Westrandbrücke entzerrt die Verkehrssituation und ermöglicht die autofreie Mobilität in der Innenstadt.

Mit dem Bau der Westrandbrücke kann die bisherige Neckarquerung autofrei werden! Künftig steht diese ausschließlich für die Nutzer von Bussen, für Radfahrer und Fußgänger zur Verfügung. Schnelleres Ankommen wird durch eigene Trassen für Radwege und für den Busverkehr ermöglicht. Sie können dann direkt zu Fuß von der Stadtbahnhaltestelle und vom Zentralen Busbahnhof zu kulturellen Angeboten, zum Rathaus und zum Einkaufen in die Neue Mitte unabhängig vom PKW-Verkehr gehen. Ebenso wird ein attraktives Wohnen am Fluss wird fußläufig erreichbar sein.

Durch die neue Brücke werden die Verkehrsbeziehungen besser abgewickelt. Knotenpunkte werden entzerrt und nach aktuellen Erkenntnissen neu gestaltet: Flüssiger Verkehr bewirkt eine Reduzierung der Lärm- und Abgasbelastung und führt zudem zur Reduzierung der Schleichverkehre in den Ortslagen! Die neue Brücke wird für Remsecker Bedürfnisse gebaut – sie ist kein Ersatz für den Nord-Ost-Ring. Die Verbindungen zwischen den Stadtteilen werden für alle Remsecker Bürgerinnen und Bürger, egal ob mit dem PKW, dem Bus oder mit dem Fahrrad attraktiver. Die Westrandbrücke ist nicht nur eine verkehrliche Verbesserung, sie kann auch ein gestalterischer Gewinn werden.

Das spricht gegen die Westrandbrücke

Wir haben im Vorfeld des Bürgerdialogs die Vertreter von "wir für morgen e.V."   gefragt, was aus ihrer Sicht gegen den Bau der Westrandbrücke spricht. 

Die Westrandbrücke verhindert die urbane Entwicklung der Stadt

Die Westrandbrücke verhindert ultimativ das Zusammenwachsen der Stadtteile Neckarrems, Neckargröningen und Aldingen zu einer urbanen Einheit. Ein weiterer Ausbau der Neuen Mitte entlang des Neckars mit einem Stadtpark wäre außerdem nur noch mit einem Verkehrskonzept „außenrum statt mittendurch“ möglich. Die Neue Mitte bekäme durch die Westrandbrücke den Charme einer Autobahnraststätte. Ein alternatives Verkehrskonzept wäre daher unserer Meinung nach die bessere Lösung, denn zukünftigen Generationen würde sonst jeglicher Spielraum einer urbanen Gestaltung genommen.

Die Westrandbrücke bedeutet eine Verschlechterung der Verkehrssituation für die ansässigen Bürger

Die Westrandbrücke nimmt hauptsächlich den regionalen und überregionalen Verkehr auf. Das bedeutet, dass 40 000 bis 50 000 Fahrzeuge auf unbestimmte Zeit durch die Mitte Remsecks fahren. Außerdem ermöglicht die Westrandbrücke den Gemeinden Fellbach und Waiblingen den „kleinen Nordostring“ auf eigener Gemarkung zu realisieren und führt als Konsequenz zu einer zusätzlich erhöhten Verkehrsbelastung Remsecks. Hinzu kommt, dass die fünf Zubringer zur Westrandbrücke Landstraßen und damit mautfrei sind. Die Westrandbrücke wird so zu einem LKW-Magnet. Der Schleichverkehr bleibt also erhalten, da die Verkehrsführung prinzipiell bestehen bleibt und die Verkehrsdichte sich weiter erheblich erhöht.

Gleichzeitig bezahlt die Gemeinde aus Steuergeldern für diese Brücke und deren Auffahrten jedoch 25% der Baukosten und trägt zu 100 % die innerstädtischen Anpassungen, wie z.B. die Verlegung der Meslay du Maine Straße.

Die Westrandbrücke zerstört Naturräume und führt zu einer geringeren Lebensqualität für die Gebiete Halden, Schlossberg und Neue Mitte.

Die Westrandbrücke erfordert einen 80 Meter breiten und 10 Meter tiefen Einschnitt in die Landschaft auf der Aldinger Seite. Zugleich muss eine 40 Meter breite und 10 Meter hohe Rampe auf der Neckarremser Seite aufgeschüttet werden. Der gesamte Komplex verschlingt die Fläche von 30 Fußballfeldern. Der Neckar wird mit einer 140 Meter langen, mindestens 20 Meter breiten und 10 Meter hohen Brückenmonster überspannt.

Somit zerstört der Komplex Westrandbrücke eine Grünzäsur, die für die Frischluftversorgung der Gemeinde wichtig ist. Außerdem wird den Anwohnern der Neuen Mitte der Verkehr in Höhe der ersten Etage vorbeifahren. In der Folge nimmt die Kontamination durch Lärm, Feinstaub und Stickoxide für die Neue Mitte, Halden und Schlossberg erheblich zu.

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